Tierwohl fördern: bessere Bedingungen für Schweine, Rinder und Geflügel

Projekte für mehr Tierwohl

Die REWE Group engagiert sich für mehr Tierwohl. Viele der vorhandenen Maßnahmen laufen z. B. in PRO PLANET-Projekten, die unter anderem die Fütterung und Haltungsbedingungen von Hühnern verbessern soll. Die REWE Group strebt gemeinsam mit ihren Lieferanten an, schmerzhafte Eingriffe an Nutztieren wie die betäubungslose Ferkelkastration, das Ringelschwanzkupieren und die betäubungslose Enthornung bei Rindern abzuschaffen.

Vier Schweine schauen in die Kamera
Die REWE Group will schmerzhafte Eingriffe an Tieren, wie z.B. die betäubungslose Ferkelkastration, durch Alternativen ersetzen.

Mehr Platz: Bessere Haltungsbedingungen bei Schweinen

Betäubungslose Ferkelkastration verhindern

Jedes Jahr werden 20 Millionen Ferkel kastriert, ohne dass sie vorher eine Betäubung erhalten haben. Der Grund dafür sind die Geschmacksansprüche der Konsumenten: Nicht kastrierte Eber entwickeln oft einen strengen Geruch, den man auch im Fleisch schmecken kann. Deshalb werden männliche Schweine oft sieben Tage nach ihrer Geburt kastriert. Dies geschieht in der Regel ohne Betäubung. Die REWE Group möchte das verhindern, auch wenn die Bundesregierung ihr Verbot für diese Praxis, das für Anfang 2019 geplant war, noch einmal um zwei Jahre verschoben hat. Bei den Produkten der Eigenmarke REWE Bio hat das Unternehmen den Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration bereits geschafft. Mit dem Leitbild zur Nutztierhaltung der Zukunft hat sich die REWE Group das Ziel gesetzt, schnellstmöglich nur noch frisches Schweinefleisch zu vermarkten, das nicht von betäubungslos kastrierten Schweinen stammt. Lösungsansätze bestehen zum Beispiel mit der Impfung gegen den Ebergeruch, die viele Betriebe des Verbands Naturland bereits erfolgreich einsetzen.

Drei Schweine auf Stroh im Stall
Mit dem Leitbild zur Nutztierhaltung der Zukunft hat sich die REWE Group das Ziel gesetzt, schnellstmöglich nur noch frisches Schweinefleisch zu vermarkten, das nicht von betäubungslos kastrierten Schweinen stammt. 

Ringelschwänze behalten

Wenn es zu eng wird, bekommen Schweine Stress: Bei zu wenig Platz neigen die Tiere dazu, sich gegenseitig in den Schwanz zu beißen. Eine Lösung in der konventionellen Tierhaltung ist es daher, die Schwänze in den ersten vier Tagen nach der Geburt zu kürzen. Wird der Ringelschwanz nicht gekürzt und bleibt während der Aufzucht unversehrt, kann er als Indikator für tiergerechte Haltungsbedingungen herangezogen werden. Um dies zu unterstützen, hat die REWE Group 2016 ein Leuchtturmprojekt gestartet und in den Folgejahren ausgeweitet. Mit Fördergeldern unterstützt sie 60 Betriebe, die auf das Kupieren der Ringelschwänze verzichten. Die Landwirte erhalten eine Aufwandsentschädigung von 18 Euro pro Tier und zusätzlich eine einmalige Zahlung von 500 Euro für Untersuchungen oder Spezialberatungen. Mit dem Geld passen die Betriebe die Haltungsbedingungen ihrer Tiere an: Schweine können sich mit Erde, Heu und Stroh beschäftigen, erhalten offene Tränken statt nur Nippeltränken sowie eine angepasste Fütterung. Ihr Verhalten wird intensiv beobachtet. Alle Maßnahmen sollen zur erhöhten Tiergesundheit beitragen. In enger Kooperation mit den beiden Bauernverbänden Nordrhein-Westfalens, dem Landwirtschaftsministerium und der Landwirtschaftskammer des Landes hat die REWE Group das Leuchtturmprojekt 2017 und 2018 fortgeführt.

Tiere auf der Weide
An mindestens 120 Tagen im Jahr steht eine Weidekuh für mindestens sechs Stunden draußen. 

Saftige Weide: Bessere Haltungsbedingungen bei Rindern

Die Kuh auf der Wiese: Vermarktung von Milch aus Weidehaltung

Die REWE Group fördert die Weidehaltung von Milchkühen durch die zunehmende Vermarktung von Weidemilch. An mindestens 120 Tagen im Jahr steht eine Weidekuh für mindestens sechs Stunden draußen. Das garantiert das Siegel „PRO WEIDELAND – Deutsche Weidecharta“, das die REWE-Weidemilch seit August 2017 und die Weidebutter seit Dezember 2017 tragen. Das Siegel steht für verbindliche Nachhaltigkeits- und Tierwohlkriterien: So steht z. B. jeder Kuh eine Dauergrünlandfläche von mindestens 2.000 Quadratmetern und eine Weidefläche von mindestens 1.000 Quadratmetern zu. Außerdem erhalten sie nur Futter von Wiesen und Weiden sowie gentechnikfreie Futtermittel. Im Jahr 2018 lag der Anteil der Weidemilch an der länger haltbaren Frischmilch (ESL-Milch) im REWE-Sortiment bereits bei über 16 Prozent. Vier Eigenmarken-Käseprodukte bestehen zudem bereits aus Weidemilch. Im Jahr 2019 kommen noch verschiedene Joghurtprodukte hinzu.

Auch das Label des Deutschen Tierschutzbundes steht für eine transparente und wissenschaftlich fundierte Kennzeichnung von tierischen Produkten. Unter der Eigenmarke REWE Beste Wahl bieten die REWE-Märkte seit September 2018 nahezu bundesweit Weide- und Frischmilch mit dem Tierschutzlabel an. Auch PENNY plant im Jahr 2019 die Einlistung von Milch mit dem Tierschutzlabel. Damit unterstützen REWE und PENNY eine Initiative für mehr Tierwohl im gesamten Handel und gestalten den nachhaltigeren Einkauf für Kunden transparenter.

Allgäuer Hofmilch: „Tierschutz-kontrolliert“-Label von VIER PFOTEN

Die international tätige Tierschutzorganisation VIER PFOTEN möchte die Lebensbedingungen von Nutztieren verbessern. Dazu vergibt sie das „Tierschutz-kontrolliert“-Gütesiegel mit den Standards Silber und Gold. Die Allgäuer Hofmilch erfüllt die strengen Silber-Vorgaben der Organisation: Sie stammt ausschließlich von Kühen aus Betrieben im Allgäu, die unter wesentlich besseren Bedingungen leben als in der konventionellen Tierhaltung. Dazu gehören der Verzicht auf Anbindehaltung sowie ausreichend Bewegungs- und Liegeflächen. Die Tiere leben in Außenklimaställen oder können ganzjährig den Auslauf an die frische Luft nutzen, zeitweise leben sie auch auf der Weide. Die Enthornung findet behutsam unter Betäubung und Schmerzbehandlung statt. Durch unangemeldete Kontrollen wird regelmäßig geprüft, ob die Betriebe die Standards auch einhalten. Die Prüfer berücksichtigen dabei nicht nur den Stall, sondern auch das Wohlbefinden und den Gesundheitszustand der Tiere. Seit Januar 2019 können Kunden die Bio-Heumilch 3,8 Prozent der Allgäuer Hof-Milch GmbH in REWE-Märkten in Bayern und Baden-Württemberg kaufen. Die Zusammenarbeit von REWE und VIER PFOTEN besteht bereits seit mehreren Jahren. Die Einführung der „Tierschutz-kontrolliert“-zertifizierten Milch ist für die Zusammenarbeit ein wichtiger Schritt, um Verbrauchern tierfreundlichere Produkte anzubieten und das Thema Tierwohl voranzubringen.

Hühner auf einer Wiese
Mehr Tierwohl bei Hühnern heißt vor allem: Keine Käfighaltung und ungekürzte Schnäbel.

Bessere Haltungsbedingungen bei Geflügel

Neben dem Einsatz für männliche Küken mit Spitz & Bube, Herzbube und respeggt engagiert sich die REWE Group in weiteren Bereichen für das Tierwohl von Hühnern. Dazu gehören der Verzicht auf Eier aus Käfighaltung und auf Schnabelkürzung von Legehennen ebenso wie verbesserte Lebensbedingungen frisch geschlüpfter Küken mit dem Early Feeding Verfahren.

Ausgezeichnet: Verzicht auf Eier aus Käfighaltung und Schnabelkürzen

Die REWE Group vermarktet seit 2010 in Deutschland nur noch Eier aus Boden- und Freilandhaltung, die den Anforderungen des Vereins für kontrollierte alternative Tierhaltungsformen e. V. (KAT) entsprechen. Im Jahr 2012 folgte der Entschluss, in Deutschland auch bei verarbeiteten Produkten auf den Einsatz von Käfigeiern und Eiern aus Kleingruppenhaltung zu verzichten. Bis spätestens 2025 will die REWE Group auch in allen Auslandsgesellschaften keine Käfigeier mehr verkaufen. 2016 erhielt das Handelsunternehmen für dieses Engagement den Good Egg Award von der Tierschutzorganisation Compassion in World Farming.

In der konventionellen Tierhaltung war es bis Anfang 2017 außerdem die Regel, die Schnäbel der Legehennen zu kürzen, um die Verletzungsgefahr durch gegenseitiges Picken zu reduzieren. Die REWE Group erreichte das selbst gesteckte Ziel vorzeitig: Als erste Handelsunternehmen in Deutschland verkaufen REWE und PENNY seit September 2017 in allen Märkten keine konventionellen Eigenmarken-Eier von Legehennen mit gekürztem Schnabel.

Die REWE Group ist Gründungsmitglied der Initiative Tierwohl (ITW), die Fleisch aus Betrieben mit tiergerechterer Haltung kennzeichnet. Die REWE und PENNY Märkte führen Geflügelfleisch mit einer entsprechenden Kennzeichnung der ITW.

Early Feeding: Bessere Bedingungen für Küken

In klassischen Brutbetrieben leben manche frisch geschlüpfte Mastküken bis zu 36 Stunden ohne Versorgung, weil sie eher als ihre Geschwister im Brutzyklus geschlüpft sind. Oft leiden sie dann an Dehydrierung und verlieren bis zu zehn Prozent ihres Schlupfgewichts, vor allem aber an Vitalität und Robustheit. Als erster Lebensmittelhändler in Deutschland führte die REWE Group Early Feeding-Systeme ein, um die Küken zu versorgen. Beim HatchCare Verfahren rutscht das Küken nach dem Schlüpfen in einen gesonderten Korb. Dort hat es ausreichend Licht, Luft und Platz, kann sich frei bewegen und Wasser sowie Nahrung zu sich nehmen. Seit dem Frühjahr 2017 schlüpfen in den Brütereien die ersten Küken mit dem neuen Verfahren. Beim „Schlupf-im-Stall“-Verfahren schlüpfen die Küken direkt im Maststall, sodass sie nicht in der Brüterei zur Welt kommen und nicht den oft mehrstündigen Transport zum Maststall überstehen müssen. Der Stall bietet ebenfalls Zugang zu Futter und Wasser. Beide Verfahren erzielen positive Ergebnisse: Durch die frühe Fütterung und Trinkwasserversorgung, durch optimale Klimaführung sowie ausreichend Platz und Licht wird Entwicklungsstörungen vorgebeugt. Alle Küken erhalten einen gleichmäßigeren und vitaleren Start in ihr Leben. Auch die Kükensterblichkeit lässt sich damit deutlich senken. Die REWE Group wird die Systeme weiter in ihren Lieferketten ausweiten.

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„Es geht nur zusammen“

Wie können Handel und Tierschutz gemeinsam mehr Tierwohl erreichen? Darüber sprechen Nina Blankenhagen (REWE Group) und Stefanie Pöpken (PROVIEH e.V.) im Interview.

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Klare Orientierung für Kunden

Transparenz und Orientierung: Die branchenweite Haltungskennzeichnung zeigt, nach welchen Standards die Tiere gehalten wurden, deren Fleisch das jeweilige Produkt enthält.

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Es lebe das Küken! Mit Spitz & Bube, Herzbube und SELEGGT für mehr Tierwohl

In Deutschland werden jedes Jahr rund 45 Millionen männliche Küken getötet. Mit Spitz & Bube bzw. Herzbube und dem SELEGGT-Verfahren will die REWE Group diese Praxis beenden.

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