Klare Orientierung für Kunden

Haltungskennzeichnung

Wie viel Tierwohl im Produkt steckt, war für Konsumenten lange Zeit schwer zu erkennen. Um ihren Kunden Orientierung beim Fleischkauf zu bieten, setzt die REWE Group auf klare Informationen zur Tierhaltung. Hierzu nutzen REWE und PENNY seit 2018 eine vierstufige Haltungskennzeichnung.

Eine Kuh auf der Weide schaut in die Kamera
Um ihren Kunden Orientierung beim Einkauf zu bieten, nutzt die REWE Group anerkannte Tierwohl-Kennzeichnungen und -Zertifizierungen.

REWE Group als Pionier bei Haltungskennzeichnung

Immer mehr Konsumenten suchen Orientierung bei der Auswahl ihrer tierischen Produkte. PENNY und REWE führten dafür 2018 eine vierstufige Haltungskennzeichnung bei Fleisch aus den Selbstbedienungsbereichen ein. Als Gründungsmitglied der Initiative Tierwohl engagiert sich die REWE Group für die Verbesserung branchenweiter Tierwohlstandards und hat 2019 die einheitliche Kennzeichnung der „Haltungsform“ für ihre Produkte übernommen.

Die Initiative Tierwohl ist ein Zusammenschluss aus Vertretern der Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und des Lebensmittelhandels und verfolgt das Ziel einer tiergerechteren Fleischerzeugung. Pro Kilogramm verkauftem Schweine- und Geflügelfleisch führen die teilnehmenden Lebensmittelhandelsunternehmen 6,25 Cent an die Initiative Tierwohl ab. So kommen jährlich rund 135 Millionen Euro zusammen, mit denen Tierwohlmaßnahmen bei den beteiligten 5.700 Betrieben finanziert werden. Über 447 Millionen Schweine, Hähnchen und Puten werden somit Teil von Verbesserungsmaßnahmen, die über die gesetzlichen Vorgaben für Ställe hinausgehen. Zweimal jährlich führt die Initiative Tierwohl Kontrollen durch: einmal als reguläres Audit, einmal unangekündigt. Die bisher etwa 20.000 durchgeführten Audits zeigten, dass die meisten Betriebe alle Maßnahmen korrekt umsetzten. Bei Verstößen gegen die Vorgaben folgen konsequente Sanktionen für die Betriebe.

Abbildung der vierstufigen Haltungskennzeichnung des Handels
Im April 2019 hat der Handel eine einheitliche Haltungskennzeichnung auf Fleischprodukten eingeführt. Sie zeigt unter anderem, welche Auslaufmöglichkeiten das Tier hatte.

Haltungsform als einheitliche Kennzeichnung im Handel

Seit April 2019 haben REWE und PENNY das einheitliche Branchen-Layout der sogenannten Haltungsform auf ihren Produkten übernommen. Dafür wurden die Kennzeichnungen, die verschiedene Handelsunternehmen bereits 2018 individuell eingeführt hatten, zusammengeführt und vereinheitlicht. Die Gesellschaft zur Förderung des Tierwohls in der Nutztierhaltung mbH organisiert die Vergabe und Kontrolle des Labels und ist Trägerin der Initiative Tierwohl. So sollen Verbraucher transparent und vergleichbar erkennen, unter welchen Bedingungen die Tiere, deren Fleisch das jeweilige Produkt enthält, gelebt haben:

1. Stallhaltung nach dem gesetzlichen Mindestmaß (bzw. QS-Standard oder vergleichbarer Standard)

2. Stallhaltung plus mit höheren Tierwohlstandards, z. B. mindestens 10 Prozent mehr Platz im Stall und zusätzliches Beschäftigungsmaterial

3. Außenklima mit noch mehr Platz und Frischluft-Kontakt

4. Premium mit deutlich mehr Platz und Auslaufmöglichkeiten, worunter auch Biofleisch aus ökologischer Landwirtschaft zählt.

Die Kennzeichnung der Haltungsform ordnet bestehende Qualitäts-, Tierwohl- und Biostandards in diese vier Stufen ein.

Das Label „Für Mehr Tierschutz“ des deutschen Tierschutzbundes mit den zwei Stufen: Einstieg und Premium.
Das Label „Für Mehr Tierschutz“ des deutschen Tierschutzbundes mit den zwei Stufen: Einstieg und Premium.

Das Teutoburger Hofschwein erfüllt mehr als die Einstiegskriterien des Tierschutzbundes

Das Label „Für Mehr Tierschutz“ des deutschen Tierschutzbundes gibt seit Januar 2013 im Handel Orientierung für zwei Stufen: Einstieg und Premium. Mit Produkten des Teutoburger Hofschweins bietet PENNY seinen Kunden qualitativ hochwertige Wurst- und Fleischwaren, die gemäß der Einstiegsstufe von „Für mehr Tierschutz“ hergestellt sind und zusätzlich PENNY-eigene Tierwohlvorgaben erfüllen. Dazu gehört etwa eine artgerechte Haltung in landwirtschaftlichen Familienbetrieben mit traditioneller Struktur – also nicht mehr als 3.000 Tieren. Zudem haben die Tiere etwa um die Hälfte mehr Platz, ein verbessertes Stallklima u. a. mit Luftkühlung und Wasserverneblung und erhalten kein gentechnisch verändertes Futtermittel. Organische Beschäftigungsmaterialien wie Stroh- und Maispellets sowie Luzerneheu sorgen für Abwechslung. Zudem werden die Tiere nicht betäubungslos kastriert und dürfen ihre Ringelschwänze behalten. Ihr Weg zum Schlachthof wird so kurz wie möglich gehalten.

Seit Ende 2018 führen alle PENNY-Märkte Wurstprodukte vom Teutoburger Hofschwein und 550 PENNY-Märkte zusätzlich Fleischprodukte mit dem Tierschutzlabel des Deutschen Tierschutzbunds. Seit September 2018 bietet die Vertriebslinie REWE außerdem nahezu bundesweit Weide- und Frischmilch mit diesem Label „Für Mehr Tierschutz“. Zudem werden vier verschiedene Käseartikel bereits aus Milch aus Weidehaltung hergestellt. Im Jahr 2019 sollen außerdem vier verschiedene Joghurtprodukte aus Weidemilch im Regal stehen. Die Umstellung weiterer Artikel ist in Planung. Auch PENNY plant im Jahr 2019, Milch mit dem Tierschutzlabel anzubieten.

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