Für eine faire Textilproduktion

Ein klares Bekenntnis zu nachhaltigen Initiativen

Ob Jacke, ob Hose: Jedes Kleidungsstück durchläuft zahlreiche Herstellungsschritte, bis es beim Kunden ankommt. Dabei besteht das Risiko, dass auf diesem langen Weg Menschenrechtsverletzungen auftreten. Mit Maßnahmen wie Sozialstandards und Trainings unterstützt die REWE Group ihre Lieferanten bei der Einhaltung fairer Arbeitsbedingungen.

Bunte Garne
Textilien und Stoffe werden oft in Risikoländern produziert. Daher ist das Risiko für Menschenrechtsverletzungen hier besonders hoch.

Ziel: Bis 2025 den Anteil der Textilien aus nachhaltigerer Baumwolle bei REWE, PENNY und toom Baumarkt in Deutschland auf 100 Prozent zu steigern

Sichere Arbeit, regelmäßige Bezahlung, Versammlungsfreiheit: Menschenrechte einzuhalten sollte selbstverständlich sein – dies ist aber bei der Herstellung vieler Textilien nicht immer der Fall. Die REWE Group führt regelmäßig Risikoanalysen durch, um soziale und ökologische Auswirkungen innerhalb der Lieferkette zu messen. Die Warengruppe Textil ist dabei als Risikowarengruppe identifiziert worden. Textilien werden oft in Risikoländern produziert und in den textilen Lieferketten arbeiten tausende Beschäftigte, daher ist das Risiko für Menschenrechtsverletzungen hier besonders hoch. Deshalb verfolgt das Unternehmen verschiedene Maßnahmen, um die erkannten Risiken zu vermindern.

Die Grundlage: Sichere Fabriken

Der Weckruf für die Textilindustrie kam am 24. April 2013, als 1.135 Menschen beim Einsturz der Textilfabrik Rana Plaza in Bangladesch starben. Zusätzlich gab es über 2.400 Verletzte unter den Mitarbeitern. Das Gebäude hatte dem Gewicht illegal errichteter Stockwerke und schwerer Maschinen nicht mehr standgehalten.

In der Folge entstand der „Bangladesh Accord on Fire and Building Safety“: Die Initiative von Gewerkschaften und Unternehmen soll für mehr Brandschutz- und Gebäudesicherheit in der Bekleidungsindustrie sorgen, die die Behörden des Landes zu wenig kontrollieren. Der Accord ist eine rechtsverbindliche Vereinbarung, deren erklärtes Ziel es ist, dass die etwa zwei Millionen Textilarbeiter in Bangladesch keine Angst mehr vor vermeidbaren Bränden, Gebäudeeinstürzen und ähnlichen Unfällen haben müssen. Über 200 Textilhersteller und Handelsunternehmen überwiegend aus Europa sind Mitglieder des Abkommens, darunter auch die REWE Group. Seit 2013 wurden insgesamt 1.600 Fabriken untersucht und über 110.000 Schwachstellen behoben. So gibt es heute beispielsweise deutlich mehr Fabriken mit automatischen Feuermeldern und Sprinkleranlagen. Auch punkten immer mehr Produktionsgebäude mit internen Arbeitsgruppen, die Gesundheits- und Sicherheitsbelange fördern – so genannte Health and Safety Committees. Alle Fabriken, in denen die REWE Group in Bangladesch produziert, verfügen über ein solches Committee.

Umfassende Verbesserungen durch Bündnisse

Der Accord konzentriert sich auf den Brandschutz, die Elektrik sowie die Gebäudesicherheit in den Fabriken. Für andere soziale Anforderungen, wie zum Beispiel Arbeitszeiten und Löhne, greift die REWE Group seit Jahren auf Zertifizierungen und Sozialaudits wie SA8000, BSCI oder SMETA zurück. Solche Audits prüfen regelmäßig die Fabriken in Risikoländern auf die Einhaltung von Arbeits- und Sozialstandards.

Um die Rahmenbedingungen für eine nachhaltigere Textilproduktion positiv zu beeinflussen, engagiert sich die REWE Group neben dem Accord in weiteren Brancheninitiativen. Bereits seit 2008 ist die REWE Group Mitglied der amfori Business Social Compliance Initiative und setzt sich dort für bessere Arbeitsbedingungen ein. Im Jahr 2015 ist das Handelsunternehmen dem von der Bundesregierung initiierten Bündnis für nachhaltige Textilien beigetreten. In der Multi-Stakeholder-Initiative engagiert sich die REWE Group in verschiedenen Arbeitsgruppen, zum Beispiel für effektivere Beschwerdemechanismen, und setzt sich jedes Jahr ambitionierte Ziele, um die Einhaltung von Menschenrechten zu stärken. Im Jahr 2019 wird die REWE Group mithilfe einer Selbsteinschätzung untersuchen, wie sich die eigenen Einkaufspraktiken auf die Löhne bei Lieferanten auswirken. Für bessere Bedingungen im Baumwollanbau setzt die REWE Group auf die Standards Cotton made in Africa (CmiA) und Global Organic Textile Standard (GOTS). Im Dialog mit den Organisationen macht sich die REWE Group für eine kontinuierliche Weiterentwicklung der Anforderungen der Standards stark und ist beispielsweise Beiratsmitglied bei Cotton made in Africa.

Leitlinie für eine faire Textilproduktion

Im September 2018 hat die REWE Group ihre erste Leitlinie für nachhaltigere Textilien veröffentlicht. Darin verpflichtet das Unternehmen seine Lieferanten dazu, Sozial- und Umweltstandards einzuhalten und auf die Verwendung bestimmter Materialien zum Schutz des Tierwohls zu verzichten. Die Anforderungen und Maßnahmen der Leitlinie umfassen Textilien wie Bekleidung, Heimtextilien und Schuhe der REWE Group Eigenmarken und gelten für REWE, PENNY und toom Baumarkt. Im Dezember 2018 ist die REWE Group darüber hinaus dem internationalen Fur Free Retailer Program beigetreten und hat damit das Verbot von Echtpelz, das in den Eigenmarken Sortimenten bereits seit mehreren Jahren gilt, öffentlich bekräftigt.

Die Leitlinie soll Mitarbeiter und Partner in der Lieferkette für die Bedeutung einer nachhaltigeren Textilproduktion sensibilisieren und konkrete Maßnahmen und Ziele aufzeigen, speziell in den Bereichen Fairness, Ressourcenschonung und Tierwohl. Im Bereich Fairness verfolgt die REWE Group die Ziele mehr Transparenz, lückenlose Kontrollen durch Sozialaudits sowie Verbesserungsmaßnahmen bei Mängeln und die Sicherstellung von Gebäude- und Feuersicherheit sowie den Dialog zu existenzsichernden Löhnen.

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