In Duschgel und Co. geht es auch ohne

Mikroplastik in Kosmetik

Duschgel, Peeling, Shampoo: In vielen Kosmetikprodukten steckt Mikroplastik. Die winzigen Plastikpartikel gelangen per Abwasser in die Umwelt, mit unvorhersehbaren Folgen. Worauf Verbraucherinnen und Verbraucher achten können.

Lesedauer: 6 Minuten

Eine Kosmetikverpackung in der Natur

922 Tonnen Mikroplastik werden, laut Forschenden des Frauenhofer-Instituts, allein in Kosmetik in Deutschland pro Jahr eingesetzt. Damit stammt das meiste Mikroplastik nicht aus Kosmetik. Studien zeigen, dass Kunststofffasern aus Synthetiktextilien und Reifenabrieb weitaus stärker zur Umweltbelastung mit Mikroplastik beitragen. Mikroplastik* in Kosmetik macht hingegen einen geringen Anteil aus, nämlich nur 0,5 Prozent der Emissionen pro Kopf und Jahr. Allerdings: Nicht in diese Schätzung miteinbezogen sind gelöste, gelartige und flüssige Polymere, die beispielsweise in  Kosmetik und in Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln in wesentlich höheren Mengen eingesetzt werden und ebenfalls in die Umwelt gelangen.

Das Problem mit Mikroplastik in Kosmetik

Mikroplastik wird zum einen gezielt industriell hergestellt, um dann in Produkten wie Kosmetika Verwendung zu finden. Zum anderen entstehen die winzigen Plastikteilchen, wenn größere Kunststoffteile, beispielsweise Plastiktüten, mit der Zeit zerfallen.

Mikroplastik findet beispielsweise in Form von sogenannten „Microbeads“ Anwendung als Reibkörper in Peelings. Bereits seit 2014 verzichten wir in allen Kosmetik-Eigenmarken-Artikeln auf diese winzigen Plastikpartikel. Aber auch als nicht fühlbare und für das bloße Auge nicht sichtbare Inhaltsstoffe zur Trübung, Filmbildung oder als Füllstoff in Kosmetika kommt Mikroplastik zum Einsatz. Außerdem werden gelöste, gelartige und flüssige Polymere zum Beispiel zur Haarfixierung und zur Verhinderung von statischer Aufladung in Shampoos oder als Färbemittel eingesetzt.

Grafik, die die Wege aufzeigt, mit denen Mikroplastik aus Kosmetikprodukten in die Umwelt gelangt.
Wege von Mikroplastik und gelösten, gelartigen und flüssigen Polymeren aus Kosmetikprodukten in die Umwelt.

Das Problem: Nach der Nutzung von Kosmetikprodukten landen diese Stoffe durch Waschbecken oder Dusche nahezu vollständig in unserem Abwasser. Kläranlagen können diese nicht vollständig aus dem Wasser filtern. Auf diese Weise können die Stoffe in alle Umweltbereiche gelangen oder sind dort bereits vorhanden. Ob und wie gefährlich die kleinen Kunststoffteilchen für die menschliche Gesundheit sind, ist derzeit zwar noch nicht vollends erforscht, doch negative Auswirkungen auf die Ökosysteme sind wahrscheinlich. Studien zeigen zum Beispiel, dass die Aufnahme fester Partikel bei Meerestieren wie Miesmuscheln und Fischen den Verdauungstrakt verändern oder Entzündungen hervorrufen (Greenpeace Research Laboratories 2016). Grundsätzlich wirkt Mikroplastik aufgrund der physikalischen und chemischen Eigenschaften wie eine Art „Magnet“ für Schadstoffe, sodass die Schadstoffkonzentration an den Mikroplastikpartikeln oftmals deutlich höher ist als die des Meereswassers (BUND 2019).

Mikroplastik in Kosmetik erkennen

Leider ist es für Verbraucherinnen und Verbraucher oft nicht ganz einfach zu erkennen, ob in Pflegeprodukten und Kosmetik Mikroplastik steckt. Kunststoff in Kosmetik muss zwar auf der Verpackung angegeben werden, verbirgt sich aber meist hinter komplizierten Fachbegriffen. Stehen in der Inhaltsstoffliste Stoffe wie zum Beispiel „Polyethylen“ (PE), „Polypropylen“ (PP), „Polyamid“ (PA) oder „Polyethylenterephtalat“ (PET), ist auf jeden Fall Mikroplastik enthalten.

Um unseren Kundinnen und Kunden die Orientierung zu erleichtern, kennzeichnen wir bei REWE und PENNY unsere Kosmetik-Eigenmarken-Produkte, die frei von Mikroplastik und gleichzeitig frei von den fokussierten gelösten, gelartigen und flüssigen Polymeren sind, mit einem eigenen Siegel.

Tipps zur Vermeidung von Mikroplastik

  • Auf das Siegel „Rezeptur ohne Mikroplastik“ beim Kauf der REWE und PENNY Eigenmarken achten und auch bei anderen Marken mikroplastikfreie Produkte bevorzugen.
  • Auch in Kleidung stecken Kunstfasern, die durch die Wäsche ins Abwasser und damit in die Meere gelangen. Das Plastik versteckt sich hinter Begriffen wie Polyamid, Polyester, Acryl oder Nylon. Wer statt Kunstfasern natürliche Textilien wie Baumwolle oder Leinen kauft, kann hier schon einmal einen Beitrag leisten.
  • Wer Kleidung aus Synthetikfasern, zum Beispiel Fleecepullis und andere Funktionskleidung im Schrank besitzt, sollte diese so oft es geht auslüften statt waschen und möglichst lange verwenden.
  • Das Flusensieb von Waschmaschinen und Trocknern fängt Mikroplastik, also kleine Fusseln, auf. Es sollte daher unbedingt in den Mülleimer entleert werden, nicht in den Abfluss.
  • Viele Putztücher und Waschlappen enthalten Mikrofasern, die sich beim Putzen und Waschen lösen und ins Abwasser geraten. Die bessere Alternative sind natürliche Materialien wie Baumwolle.
  • Ein Großteil des Mikroplastiks in den Meeren stammt von Bremsbelägen und Autoreifen. Auf der Straße hinterlässt der schwarze Kunstkautschuk mikroskopisch kleine Partikel, vor allem beim Beschleunigen und Bremsen. Und die werden beim nächsten Regen in die Gräben und von dort in die nächsten Flüsse gespült. Die Lösung: weniger Autofahren.
  • Auch größere Kunststoffteile wie Plastiktüten, Einwegflaschen, Plastik-Strohhalme oder beschichtete Kaffeebecher können in die Umwelt gelangen und sich im Lauf von Jahrzehnten zu Mikroplastik zersetzen. Es lohnt sich also, auf Plastik zu verzichten, wo immer es geht und generell auf die richtige Entsorgung von Müll zu achten. Bei der REWE Group arbeiten wir stetig daran, Verpackungsmaterial einzusparen und nehmen all unsere Verpackungen unter die Lupe.

*Die Zahl bezieht sich auf primäres Mikroplastik

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Eine Grafik die die Frage aufwirft, was eigentlich Mikroplastik ist
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